Was macht eigentlich ein Buddy?
Wie wird man ein „Buddy“ und wie sieht der Job aus? Das erklärt Charlene Meyer, die die 10. Klasse der Realschule am Schulzentrum Westhagen in Wolfsburg besucht. Ihre Arbeit als Buddy verbindet sie mit ihrem Amt als Schülersprecherin. Insgesamt gibt es rund 150 Buddys am Schulzentrum.
Ich habe schon immer versucht anderen zu helfen. Das hat unser Buddy-Lehrer Herr Gröpler gemerkt und mich gefragt, ob ich nicht beim Buddy-Projekt mitmachen will. Ich habe ja sowieso geholfen und da war es gut, dass ich die Ausbildung zur Streitschlichterin und zum Bus-Buddy gemacht habe. Angefangen hat alles damit, dass ich Klassensprecherin wurde, und dann haben sich die Aufgaben weiter ausgeweitet. Als Schülersprecherin engagiere ich mich natürlich stark in der Schülermitverwaltung, der so genannten „SV“. Da die bei uns schulübergreifend mit allen drei Schulen des Schulzentrums arbeitet, sind wir richtig gut vernetzt, haben viele gemeinsame Termine und Besprechungen und können das Leben hier mitgestalten. Etwa 20 Buddys sind wie ich als Streitschlichter tätig und haben einen eigenen Raum. Dort bin ich einmal pro Woche Ansprechpartnerin bei Stress, Streit und Konflikten in der Schule und konnte schon bei vielen Streitigkeiten vermitteln. Meist sind es Fünft- oder Sechstklässler, die zu mir kommen, und oft geht es um Beleidigungen, kleine Schubsereien oder anderen Ärger. Um unser Projekt bekannt zu machen, sind wir durch die Klassen gegangen und haben erzählt, warum wir da sind und wie wir den anderen helfen können. Die Lehrer finden es gut, dass es uns gibt. Sie empfehlen sogar den anderen Schüler, zu uns zu kommen. Wenn wir mal einen Streit nicht lösen können, stehen uns die Buddy-Lehrer zur Seite, die wir Buddy-Coaches nennen.
„Ich bin ein Buddy, weil ich daran Freude habe, mich für andere einzusetzen!“
Auch als Bus-Buddy bin ich im Einsatz, bei uns nennen wir das „Schulbusbegleiterin“. Davon gibt es etwa 15 im Schulzentrum, die meisten sind Mädchen. Um Busbegleiterin zu werden, habe ich an einer Ausbildung mit der Wolfsburger Verkehrs-GmbH teilgenommen, um den Umgang mit Ärger und Streitigkeiten im Bus zu lernen. Alle Busbegleiter haben Ausweise und wurden den Busfahrern von Wolfsburg vorgestellt. Jetzt schreiten wir ein, wenn es Streit gibt, geschubst wird, Kinder Kaugummi auf den Rucksack oder die Jacke eines anderen Jugendlichen kleben oder Müll auf den Boden werfen. Dann gehe ich zu den Verursachern oder den Streitenden, stelle mich als Busbegleiterin vor und regele die Angelegenheit. Wenn es mal schwierig wird, gehe ich zum Busfahrer und hole Hilfe. Dann überlegen wir gemeinsam eine Lösung.buddYE.V.
das Buddy-Programm
Das buddY-Programm ist ein Programm zum
Erwerb sozialer Handlungskom- petenzen, das an Schulen umgesetzt wird. Es führt dazu, dass Schüler
Verantwortung für sich und andere übernehmen. mehr
Hauptförderer
Die Vodafone Stiftung Deutschland hat das buddY-Programm 1999 ins Leben gerufen und ist seitdem Hauptförderer. Mehr zur Vodafone Stiftung Deutschland und den Motiven für ihr Engagement erfahren Sie hier.mehr



